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Nitrox im Einsatz, auch in kalten Gewässern
Lufttauchgänge werden mit einem Sauerstoffgehalt von 21% (O²) durchgeführt.
Beim Tauchen mit Nitrox oder auch Enriched Air wird ein erhöhter O² Gehalt meist 32%O² verwendet. Der eigentliche Ansatz beim Tauchen mit einem erhöhten O² Gehalt ist, dass man die Menge des aufgenommenen Stickstoffs (N²) veringern möchte.
Der Stickstoff ist vor allem verantwortlich für die Dekompressionserkrankung und den Tiefenrausch. Der einfachste und kostengünstigste Weg zur Veringerung des N² in der Atemluft ist es, die Sauerstoffmenge zu erhöhen.
Beim Tauchen mit Nitrox ist der aufgenommene Stickstoffgehalt geringer (bei einer 32er Mischung nur 67% N²), als beim Tauchen mit Luft (78% N²).
Der geringere Stickstoffgehalt, der über den Kreislauf aufgenommen wurde, minimiert die Gefahr von Verletzungen durch Blasenbildung im Gewebe (gilt auch für symptomfreie Verletzungen).
Leider führt der größere Anteil an Sauerstoff zu einem mit zunehmender Tiefe ansteigenden Risiko einer Sauerstoffvergiftung.
Aus diesem Grund ist es notwendig einen Nitrox Kurs zu absolvieren, um über die Gefahren und den Umgang mit Nitrox ausreichend informiert zu sein.
Kaltes Wasser verringert die Durchblutung der oberen Hautschichten, wodurch der Gasaustausch im Gewebe stark verlangsamt wird. Das bedeutet, dass der am Anfang eines Tauchgangs aufgenommene Stickstoff gegen Ende des Tauchgangs nur sehr langsam und schwer wieder abgegeben werden kann. Aus diesem Grund werden Tauchgänge in kalten Gewässern tiefer berechnet als sie getaucht werden (Padi RDP + 4m). Einige Tauchcomputer berücksichtigen die Auskühlung im Wasser und verkürzen die Nullzeit bzw. verlängern die Dekopausen.
Nach einem Tauchgang mit Luft im kalten Wasser ist der Körper viel stärker mit Stickstoff gesättigt als beim Tauchen in warmen Gewässern. Da die gesamte Arbeitsleistung zudem erhöht ist, stellt man bereits nach dem ersten Nitrox-Tauchgang im kalten Wasser sofort eine größere "Fitness" nach dem Tauchen fest.
Zu guter Letzt räumen wir noch mit einigen Irrtümern auf:
Nitrox ist kein Tieftauchgas. Die Tauchtiefe des Gasgemischs wird über den Sauerstoffpartialdruck festgelegt und in der maximalen Einsatztiefe (MOD) definiert, meist nicht tiefer als 30 Meter.
Vor einem Tauchgang sollte man sich entscheiden ob man sicherer Tauchen oder mit einer längeren Grundzeit unter Wasser sein möchte, beides zusammen geht nicht.
Sollte es zu einem Tauchunfall kommen, muss der Nitroxtaucher genau wie der Lufttaucher, schnellst möglich mit 100% normobarem Sauerstoff und wenn nötig in einer Druckkammer behandelt werden.
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